Liebe Besucher:innen diese Webseite,

als Teil der ZEGG Gemeinschaft wenden wir uns an euch, da es einen Konflikt gibt im ZEGG, bei dem wir Transparenz wichtig finden. Momentan wird dieser Konflikt so ausgetragen, dass ohne den Konsent von relevanten Gemeinschaftsmitgliedern auf www.zegg.de eine Sellungnahme zum Verhältnis vom ZEGG und der Entwicklungsgemeinschaft Go&Change veröffentlicht wurde. Dem widersprechen wir.

Entgegen vorheriger Zusage wurde uns die Möglichkeit einer Gegendarstellung an entsprechender Stelle entzogen. Daher wählen wir diese Möglichkeit: Wir veröffentlichen unsere Gegendarstellung und andere persönliche Stimmen dazu auf dieser Webseite, damit ihr euch umfassend informieren könnt. Wir gehen für Transparenz und die Ausrichtung der Gemeinschaft auf Liebe und tiefem Zusammensein.

Bitte unterstützt uns indem ihr den Link im Sinne der Vielfalt in euren Verteilern verbreitet.
 

Warum wir, die Unterzeichnenden, mit Go&Change kooperieren.

Wir - mehrere Gründungsmitglieder des ZEGG sowie weitere Menschen der ZEGG-Gemeinschaft - setzen uns seit Jahrzehnten mit ganzem Herzen dafür ein, dass das ZEGG sich immer wieder an seinen Grundwerten ausrichtet und zu dem experimentellen Gesellschaftsmodell für eine neue Kultur wird, für das es gestartet ist. Gerade dafür halten wir einen engen Kontakt zu anderen Gruppen und Lehrern, die dieselben Werte vertreten und die ZEGG-Gemeinschaft unterstützen können. Dazu gehört die Go&Change Entwicklungsgemeinschaft; wir übernehmen gerne die Verantwortung für die Kooperation mit ihnen als Gemeinschaftsmitglieder, jenseits des Bildungsbetriebes.

Wir möchten unsere Wahrnehmung der aktuellen Stellungnahme des ZEGG Managements gegenüberstellen und ihr widersprechen. Diese Stellungnahme wurde unter enormem Zeitdruck veröffentlicht. Der Gemeinschaftsprozess zum Verhältnis zu Go&Change war noch nicht abgeschlossen – der entsprechende Vorschlag der Geschäftsführung war durch einen schweren Einwand aus der Gemeinschaft abgelehnt worden. Die Veröffentlichung von Emil Friis bewirkte unserer Wahrnehmung nach diesen Druck, dem somit nachgegeben wurde. Das bedauern wir. Es ist uns ein Anliegen, dass in wichtigen Auseinandersetzungen äußerer Druck nicht über unserer Gemeinschaftskultur steht: der ehrlichen Kommunikation und Entscheidungsfindung auch, wo sie Zeit braucht und unbequem ist.

1. Eine Gruppe aus dem ZEGG ist seit drei Jahren eng mit der Go&Change Entwicklungsgemeinschaft befreundet. Wir teilen gemeinsame Werte, erarbeiten Wege für den Kulturwandel. Wir profitieren von der zugewandten und aufrichtigen Haltung von Go&Change und konnten uns durch ihre Freundschaft und Engagement wieder mit unseren eigenen Grundwerten verbinden. Go&Change unterstützte uns in den letzten drei Jahren mit Menschen, die in vielen Bereichen, darunter allen Sommercamps, ehrenamtlich halfen. Wir sind v.a. Felix Krolle dankbar für seine kompetente Beratung und Mitwirkung; u.a.: Intensivzeit 2018, Precamp 2019, Sommercamp 2021. Die gemeinsam gehaltene, innovative Form der Wir-Räume löste großes Interesse bei Gästen aus. Sie zog viele Menschen an und berührte sie; sie führten zu kontroversen Auseinandersetzungen über Gruppenleitung, Leitungsstrukturen etc. In solchen lebendigen Innovationen und Diskussionen sehen wir den Wert dieser Kooperation, die wir beibehalten möchten. Dafür suchen Menschen das ZEGG auf.

2. Die Stellungnahme des Managements kolportiert die Sekten- und Missbrauchsvorwürfe gegen die Go&Change-Gemeinschaft, die vor allem in Zeitungsartikeln der Mainpost erhoben wurden. Nach Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden diese nicht verifiziert. Wir selbst kennen die Gemeinschaft gut genug, um zu sagen: Die Vorwürfe sind nicht wahr.

Zum Thema Machtmissbrauch, Bewusstseinshierarchie und Gruppendruck: Go&Change gehört zu den wenigen Gruppen, die diese sozialen Dynamiken transparent machen und konstruktiv damit arbeiten. Gerade wo das nicht geschieht, bleiben diese Dynamiken im Schatten und wirken unbewusst. Darauf beruht unsere Gesellschaft, und auch jede Gemeinschaft entwickelt sich dahin, wenn sie nicht aktiv daran arbeitet. Das ZEGG ist hierbei keine Ausnahme.

Wir kennen diese Dynamik aus der Geschichte des ZEGG und beobachten sie auch bei anderen innovativen Projekten: Wenn eine Gruppe an die Wurzeln kollektiver Traumata geht und dort Bewusstsein hineinbringt, löst sie Ängste, Abwehr, Gegenkräfte aus. Wer selbst an dieser Stelle nicht mehr berührt werden möchte, greift zu Beschuldigungen und Verdächtigungen (Projektion). Auch wenn diese nicht wahr sind, sprechen sie ein kollektives Trauma an und wirken rufschädigend.

Das erlebten wir in den Anfangszeiten selbst. Wir wollen diese Dynamik durchbrechen. Go&Change ist mit den Vorwürfen vorbildlich1 umgegangen, hat Kritiker und Sektenbeauftragte eingeladen und war stets gesprächsbereit. Sie fordern Gegner sogar auf, sie anzuzeigen, wenn sie von tatsächlichem Unrecht wissen. Unseres Wissens hat das noch niemand getan. Wir möchten uns bei Go&Change für die subtilen und weniger subtilen Beschuldigungen des ZEGG-Managements ausdrücklich entschuldigen.

3. Die jetzige Situation wurde ausgelöst durch einen Artikel von Emil Friis, Referent auf dem Sommercamp 2021, wo auch Felix Krolle als Referent eingeladen war. Während Felix sich an Absprachen hielt und stets ansprechbar war, brach Emil fast alle Vereinbarungen und vermied von Anfang an den Kontakt zu uns als Sommercampteam. Nach einem von Emil selbst angefragten Feedback von Felix forderte er vom ZEGG, den Kontakt mit Go&Change einzustellen, andernfalls würde er eine Pressekampagne gegen das ZEGG und Go&Change starten. Aufgrund dieser Erpressung, die er als legitimes Druckmittel bezeichnete, baten wir ihn, seinen Aufenthalt vorzeitig zu beenden. Als er blieb und sein Verhalten uns zunehmend spaltend und aggressiv erschien, erteilten wir ihm einen Platzverweis. Wir sehen keinen Grund, uns dafür zu entschuldigen, im Gegenteil, wir protestieren gegen den Druck, den er gegen das ZEGG aufgebaut hat, und auch jetzt immer weiter aufbaut.

4. In unserem Erleben wurden bei vielen Menschen im ZEGG durch diese Auseinandersetzungen im letzten Jahr wunde Punkte, tiefe Ängste und aufgegebene Sehnsüchte berührt. Wir sehen das als einen potentiellen Heilungsvorgang. Wir möchten in einer Gemeinschaft leben, wo wir uns auch diesen Gefühlen wieder öffnen und damit gemeinsam liebevoll umgehen, auch wenn sie unbequem sind, statt unbewusst daraus zu agieren. Das gehört zu den Herausforderungen, an denen eine Gemeinschaft sich in einer zeitgeschichtlich fordernden Zeit bewähren kann.

Wir nehmen wahr, dass eine Erschöpfung in Gruppen entsteht, die vorhandene Konflikte und Empfindungen nicht wirklich fühlen und bearbeiten wollen. Wir glauben nicht, dass es die Auseinandersetzung um Go&Change ist, die uns erschöpft. Es ist die Abwehr gegen das Sich-noch-einmal-berühren-lassen. Wovon? Von unserem gemeinsamen Traum und allem, was dem Trend zur sozialen Erosion, Resignation und kontinuierlichen Abnahme von gemeinschaftlicher Tiefe, Lebendigkeit und Kohärenz entgegenwirkt, der viele Gemeinschaften erliegen.

Wir sind als Gruppe jederzeit bereit in großer Runde im ZEGG, gerne auch mit Mediatoren und Emil Friis über alles zu reden. Die gleiche Gesprächsbereitschaft gilt auch für die Go&Change Entwicklungsgemeinschaft.

Wir hoffen auf eine fruchtbare Auseinandersetzung und auf eine Besinnung auf die Werte, mit denen wir das ZEGG vor 30 Jahren gegründet haben und die nach wie vor aktuell sind.

Gründungsmitglieder des ZEGG: Ina Meyer-Stoll*, Achim Ecker*, Christa Dregger* (*Sommercampteam 2021); Hermann Haring;
sowie: Michael Anderau, Detlef Arndt, Bettina Klein, Kati Magyar, Lilian Gscheidel, Janus Hamann

 

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